Verschiedene MPU-Arten

Fragestellungen bei der medizinisch-psychologischen Untersuchungen

Es gibt mehr Anlässe für eine MPU als man denkt.

Alkohol:
Bekannt sein dürfte, dass bei Alkoholfahrten, bei denen (abhängig vom Wohnort – Bundesland) 1,1 ‰ oder 1,6 ‰ oder mehr im Blut gemessen wurde, eine MPU angeordnet wird.
Warum aber ausgerechnet ab dieser Promillezahl?
Die Erklärung liegt auf der Hand, wer damit noch in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen, weist eine extrem hohe Alkoholgewöhnung auf, die auf einen entsprechenden, bereits länger währenden Alkoholmissbrauch zurückgehen kann. Auch bei geringer Promillezahl kann eine MPU angeordnet werden. Dies ist der Fall bei wiederholten Alkoholfahrten.

Drogen:
Anordnung der Medizinisch- Psychologischen- Untersuchung trifft natürlich auch auf Leute zu, bei denen Konsum von Betäubungsmitteln wie z.B. Cannabis, Amphetamine, Kokain, Heroin usw. am Steuer stattgefunden hat. Bei den meisten Drogenarten genügt meist der Konsum alleine, ohne Nachweis dass auch unter Einfluss gefahren wurde.

Punkte:
Bei Erreichen von 8 Punkten in Flensburg wird ebenfalls die Fahrerlaubnis entzogen und eine MPU verlangt.

Straftaten

Aggressionstaten:

Die oben genannten sind die fünf gängigsten Gründe weshalb eine MPU angeordnet wird.

Es gibt aber noch weitere Anlässe:
Ausnahmegenehmigungen für vorzeitigen Erwerb der Fahrerlaubnis
Ausnahme vom Mindestalter, z.B.: für die Fahrlehrerprüfung
nach Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Waffengebrauch usw.
Eine weitere Gruppe von Anordnungen zur MPU hat den Hintergrund von gesundheitlichen Gründen:

Körperliche Einschränkungen oder Erkrankungen, welche die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen könnten. Nachfolgend einige Beispiele:

Bluthochdruck / Hypertonie: Nach den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung, 2. Auflage ist jemand ungeeignet, der einem Bluthochdruck mit ständig zu messendem diastolischen Wert über 130 mm Hg hat Folgen von Bluthochdruck mit solch hohen Werten können Netzhautblutungen, Herzmuskelüberlastungen und sogar Hirnblutungen sein. Diese Risiken sind im Straßenverkehr nicht vertretbar, deshalb wird eine Person mit diesem Leiden nicht mehr fahren dürfen..

Herzinfarkt / Koronare Herzkrankheit: Die Leistungsfähigkeit sinkt erheblich durch Herzinsuffizienz bzw. Herzrhythmusstörungen. Das Risiko für einen neuerlichen Herzinfarkts ist höher, wenn bereits einer stattfand. Im Straßenverkehr hätte das natürlich fatale Folgen. Wenn allerdings nach einiger Zeit Komplikationen ausgeschlossen werden könnten, so wird auch die Fahreignung wieder als gegeben angesehen.

Zuckerkrankheit / Diabetes mellitus: Unter anderen können mögliche Krankheitszeichen einer Diabetes mellitus Bewusstseinsbeeinträchtigungen, Erbrechen oder Übelkeit sein. Diese werden durch Unter- oder Überzuckerung verursacht. Menschen die diese Symptome aufweisen sind nicht geeignet für den Straßenverkehr.

Psychische Erkrankungen können die Fahreignung beeinträchtigen. Nachfolgend wieder beispielhaft und unvollständig genannt:

Altersdemenz sowie affektive und schizophrene Psychosen: Sicheres Fahren ist in diesen Fällen durch Beeinträchtigung der emotionalen Steuerung in der Regel nicht mehr gegeben. In der Praxis werden oft völlig unvernünftige und sogar extrem gefährliche Verhaltensweisen durchgeführt, die Konzentration sowie der Bezug zur Realität sind sehr oft beeinträchtigt. In diesen Fällen muss jeweils für den Einzelfall (abhängig auch vom Krankheitszustand) entschieden werden, ob die Fahreignung noch gegeben ist. Auch später muss überprüft werden, ob die Voraussetzung zum Führen von Kraftfahrzeugen nach dem Abklingen der Symptome wieder gegeben ist.