Alkohol-MPU

Gründe für die etwa 90.000 durchgeführten MPU Untersuchungen pro Jahr in Deutschland: 200x200Pusten_alterMann

  • nachgewiesener einmaliger Alkoholkonsum am Steuer 
  • nachgewiesener mehrmaliger Alkoholkonsum am Steuer
  • nachgewiesener Mischkonsum von Alkohol und Drogen
  • Alkohol in Verbindung mit Verkehrsauffälligkeiten
  • Alkohol in Verbindung mit Straftaten

Etwa die Hälfte aller Fahreignungsuntersuchungen wird wegen Alkoholhintergrund angeordnet. Und zwar dann, wenn :

  • eine Fahrt
    • ab 1,6 ‰ BAK stattfand (auch mit einem Fahrrad)
    • ab 1,1 ‰ BAK oder auch darunter wenn erschwerende Tatsachen hinzukommen
      • Zum Beispiel: morgendliches Trinken, Alkoholkonsum während der beruflichen Tätigkeit usw.
  • zwei oder mehr Fahrten ab 0,25 mg Alkohol / Liter Luft (Atemalkoholkonzentration – AAK) bzw. ab 0,5 ‰ Alkohol (Blutalkoholkonzentration – BAK
  • auch unter 0,5 ‰ BAK kann ein Alkohol-Straftat vorliegen, wenn der Fahrer mit ab 0,3 Promille BAK z.B. einen alkoholbedingten Unfall verursacht oder Schlangenlinien fährt
  • Auf Anordnung der Behörde, wenn Verdacht auf Alkoholmissbrauch oder Verdacht auf Alkoholabhängigkeit vorliegt

Bei der Alkohol-MPU ist es wichtig, die persönlichen Bedingungen und Hintergründe kennenzulernen und erklären zu können, welche die auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren waren, wie dies zukünftig funktionieren kann und wird.
Es ist nicht gesagt, dass jeder MPU Bewerber Alkoholabstinenz für die positive Begutachtung benötigt. Ein erfahrener Kraftfahreignungsberater oder Psychologe wird seine Abstinenzempfehlungen nahe den Bedürfnissen des Probanden ausrichten.

Die Leberwerte Gamma GT, GOT und GPT stellen in der Regel keine Abstinenzbelege dar. Alkohol-Abstinenzkontrollen werden fast ausschließlich durch forensische Urinkontrollprogramme oder Haaranalysen zur Ermittlung der EtG-Konzentration nachgewiesen. Es gibt Programme für sechs oder zwölf Monate. Auch hier kann der MPU Berater Hilfestellungen geben.

Im Gespräch bei der Begutachtung steht ein Alkoholauffälliger vor den Aufgaben:

  • Wie können es zu der Trunkenheitsfahrt kommen?
  • Wie kam es zur Giftfestigkeit?
  • Warum kam es erneut zur Auffälligkeit?
  • Warum wurde das Verhalten nicht verändert?
  • Warum soll es jetzt anders laufen?

Es ist wichtig, möglichst früh nach Verlust des Führerscheins sich mit dem Thema MPU auseinanderzusetzen. Die Komplexität des Vorgehens ist oft nur von ausgebildeten Kraftfahreignungsberatern und Psychologen richtig einzuschätzen. Zum Beispiel die richtige Bewältigungsstrategie:

  • kontrollierter Umgang mit Alkohol
  • Einbau von Trinkpausen
  • eventuell lebenslanger Verzicht auf Alkohol
  • ambulante oder stationäre Therapie
  • zielgerichtete Nachbetreuung

Wichtig ist es, die Sperrfrist sinnvoll zu nutzen. Viele unserer Kunden kamen mit uns erst in Kontakt, als ihre Sperre frast rum war. Wäre dann aber eine einjährige Abstinenzbescheinigung nötig, würde die Fahrerlaubnis auch frühestens ein Jahr nach Ablauf der Sperre erfolgen können. Deshalb – sofort nach Verlust des Führerscheins fachliche Hilfe aufzusuchen! Kann Ihnen Nerven, Zeit und Geld ersparen.